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Schüler testen "Mauerfall" im Museum von Mödlareuth

Volker Langer präsentiert hier
das von ihm entwickelte Spiel.

Volker Langer entwickelt über zwei Jahre
Brettspiel zum Herbst 1989

  Von OTZ-Redakteur Uwe Lange
Mödlareuth.

Der "Mauerfall" als Brettspiel - zwei Jahre hat Volker Langer daran entwickelt, kürzlich durften es Mädchen und Jungen aus einer 8. bzw. 9. Klasse des Plauener Lessing-Gymnasiums im Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth testen.
Mit Blick auf seine Entwicklung spricht der Autor von einem Spiel mit politischem Bildungspotential, welches sich gegen das Vergessen der Verhältnissein der damaligen DDR richtet.
Um allen vielleicht möglichen Irritationen gleich den Wind aus den Segel zu nehmen,stellte Volker Langer auch gegenüber OTZ klar, dass es ihm dabei fern lag, die dramatischen Ereignisse von damals als Spaß darzustellen.
Zum 13. August 2005 will er das Brettspiel "Mauerfall" als limitierte Erstauflage auf den Markt bringen.

"Noch einen Tag vor dem Mauerfall bin ich mit meiner jungen Familie geflüchtet - das war eine recht abenteuerliche Geschichte damals. Etwa vor zwei Jahren dachte ich daran, diese Geschichte einmal aufzuschreiben. Vielleicht auch in Verbindung mit anderen Fluchtgeschichten. Zeitgleich ungefähr kam mir die Idee, ein solches Spiel zu kreieren. Diese Gedanken haben sich dann verschmolzen. Ein Fluchtspiel war zunächst das Endprodukt", erinnert sich der Autor, der eigentlich Maschinenbau-Ingenieur ist und heute in der Gegend von Schweinfurt lebt. "Mauerfall" steht also auch für ein Stück eigene Lebensgeschichte von Volker Langer.

Der Name sagt es schon: Ziel dieses Spiels ist die Mauer zu Fall zu bringen. "Die Mauersteine werden dabei durch friedliche Demonstrationen, geglückte Fluchtversuche, einige Karten oder einfach durch Würfelglück abgebaut. Allerdings muss man auch Regimeattacken durch Parteisekretär oder Stasimann überstehen. Diese ziehen durchs Land und zwingen einen dazu, eine Regime-Karte zu ziehen", erklärt der Autor, die auf den ersten Blick doch etwas komplizierten Regeln. Natürlich gibt es in diesem Spiel auch Grenzer, welche die Grenzgebiete bewachen und Fluchtversuche verhindern sollen. Kommt man an diesen vorbei, entscheiden so genannte Flucht-Karten über den Ausgang eines solchen Fluchtversuches.

In den zwei Jahren der Entwicklung wurde aus dem vormals reinen Fluchtspiel der "Mauerfall". Um einen Beitrag zur politischen Bildung zu leisten, gibt es in jedem Spiel auch eine Beilage, die über den historischen Hintergrund von damals informiert. Der Spielplan beinhaltet die politische Gliederung der DDR in Bezirke sowie dazugehörige Bezirksstädte und Kreise. Auf der Rückseite des Spielplanes ist eine Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen nach dem zweiten Weltkrieg sowie die heutige politische Landkarte mit den Bundesländern abgebildet.

Mehr zum Spiel gibt es auch im Internet unter www.mauerfall89.de.

24.06.2005