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Vergangenheit kann man anfassen und erleben
Einzelschicksale zeigen alltägliches Leben in der DDR
Von Cornelia Steiner
MARIENBORN.
Es ist der 8. November, ein Tag, bevor die Mauer fällt. Volker Langer lebt in der Nähe von Gera. Mit seiner Frau und dem vierjährigem Sohn flüchtet er in die damalige Tschechoslowakei. Abenteuerlich sei es gewesen, aber nicht spektakulär. Er erzählt von falschen Adressen und der Angst um den Sohn.
Inzwischen lebt Volker Langer in der Nähe von Schweinfurt in Bayern. "Vor zwei Jahren habe ich darüber nachgedacht, meine Fluchtgeschichte aufzuschreiben", sagt der 39-Jährige. Gleichzeitig kam ihm die Idee, ein Spiel zu entwickeln. Also hat er kurzerhand beides miteinander verbunden und entstanden ist das Spiel "Mauerfall 89".
So funktioniert's: Jeder Spieler versucht, die Mauer zu Fall zu bringen - durch friedliche Demonstrationen, erfolgreiche Fluchtversuche, Spielkarten oder Würfelglück. Aber dabei droht Gefahr, denn der Parteisekretär und Stasimann ziehen auch durchs Land.
Spielkarten erläutern historische Ereignisse und politische Verhältnisse in der DDR. Langer will nichts verharmlosen. Er möchte Interesse wecken, damit niemand vergisst, was geschehen ist - so wie die Ausstellung "Damals in der DDR".
Der Besucher ...